Briefmarken deutlich günstiger einkaufen (D/A/CH)

Liebe Postcrossende (v.a. aus der Schweiz!)

Es lohnt sich, den Gültigkeitsbestimmungen der Briefmarken im eigenen Land nachzugehen und sich anschliessend im Ausland an Auktionen unfrankierter Briefmarken zu beteiligen. Warum?

In der Schweiz haben wir die sehr komfortable Ausgangslage, dass viele Briefmarken bis tief zurück in die 60er Jahre heute noch für gültige Frankaturen verwendet oder in heutige Serien umgetauscht werden dürfen. Liechtenstein hat dies kürzlich ziemlich radikal bis auf wenige Jahre zurück abgeschafft - zum Erschrecken vieler internationaler Sammelnder - und auch in Deutschland gibt es offenbar immer wieder Wellen der Ausserkraftsetzung längst gekaufter und noch in Alben versenkter ungestempelter Postwertzeichen.

Warum aber sind ausländische Händler für uns alle interessant?
Die Generation der Briefmarkensammler ist definitiv am Aussterben. Viele Menschen, die heute ein Erbe antreten, wissen mit den grossen Sammlungen (u.a. unfrankierter Marken) ihrer Eltern nichts anzufangen und verscherbeln ganze Alben für einen Spottpreis an den örtlichen Briefmarkenhändler. Dieser darbt bekanntlich auch und stellt sein Angebot, bereits unter einigem Abschlag und unter Angabe des gesamten Frankaturwerts ins Internet (ebay etc.). Was soll nun ein deutscher Händler für ein Sammelsurium ungestempelter CH-Marken auf einer deutschen Vertickungsplattform verlangen? Richtig: es interessiert kaum jemanden, also gibt es da schon mal von Haus aus einen deutlichen Preisabschlag.

Und ab jetzt wird es interessant. Wer sich mit Sniper-Programmen auskennt, die das eigene Gebot auch nachts um 3.07 Uhr für das Angebotsende um 3.08 Uhr abgeben, interessiert sich eigentlich ja nur noch für eine saubere Kalkulation, welches Maximalgebot auf der Plattform oder beim Sniper einzugeben ist, damit kein Bieterwettbewerb abläuft, ein entscheidender Abschlag auf den bereits bekannten Frankaturwert Realität wird und gleich auch noch die Versandkosten ins eigene Land eingepreist sind. Ganz emotionslos also, es geht hier ja nicht um Briefmarkensammeln (obschon dabei viele wunderwunderschöne Briefmarken ankommen werden!).

Was also können Postcrossende unternehmen?

  1. Informiert Euch über die Gültigkeit älterer Briefmarken im eigenen Land (D/A/CH).
  2. Geht auf die Ersteigerungsplattformen der umliegenden Länder und schaut nach unfrankierten unsortierten Briefmarken-Konvoluten (d.h. irgendwelchen wilden Zusammenstellungen) innerhalb des für Euch interessanten Gültigkeitsbereichs.
  3. Macht eine eigene gute Kalkulation unter Einbezug des Wechselkurses und der vom Verkäufer ausgewiesenen oder von Euch noch vor Gebotsende konkret erfragten Versandkosten.
  4. Gebt Euer (demzufolge ziemlich niedriges) Maximalgebot auf der ausländischen Plattform oder in ein Sniper-Programm ein, das auf dieser Plattform für Euch arbeitet.
  5. Schlaft ruhig und schaut irgendwann mal nach, ob’s geklappt hat (meistens klappt’s, weil es ja sonst fast niemanden interessiert :wink:
  6. Freut Euch an der Ersparnis und steckt sie gleich wieder in Kartenkäufe (jaja, die Sucht ruft!).

Habt Ihr Tipps in den deutschsprachigen Ländern (D/A/CH) betreffend geeigneter Marktplätze und Sniper? Dann möglichst bitte allen zugänglich machen, vielen Dank!

Habe mir vor langer Zeit einen grossen Vorrat an gültigen Briefmarken angelegt und werde daher die nächsten 1-2 Jahre nicht mehr mitbieten, das nur nebenbei :wink:

Happy Postcrossing und happy Briefmarking,

mit herzlichen Grüssen

creetz

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